Formel 1 - Die 50er

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    • Formel 1 - Die 50er

      1950-1959

      Weltmeister:
      1950 Giuseppe Farina Alfa Romeo
      1951 Juan Manuel Fangio Alfa Romeo
      1952 Alberto Ascari Ferrari
      1953 Alberto Ascari Ferrari
      1954 Juan Manuel Fangio Mercedes/Maserati
      1955 Juan Manuel Fangio Mercedes
      1956 Juan Manuel Fangio Lancia/Ferrari
      1957 Juan Manuel Fangio Maserati
      1958 Mike Hawthorn Ferrari
      1959 Jack Brabham Cooper-Climax

      In den ersten Jahren der Formel 1 galt folgender Leitspruch(von einem gewissen Hern Porsche):"Das perfekte Rennauto kreuzt als erstes die Ziellinie und zerfällt anschließend in seine Einzelteile."
      Hintergrund:Funktioniert der Bolide nach erfolgreich getaner Arbeit immer noch, dann muss sich der Konstrukteur den Vorwurf machen, einzelne Komponenten überdimensioniert zu haben...

      Rückblickend wirken die Autos jener Tage völlig untauglich für ihre Aufgabe. Aber zeitgenössisch wirkten die Konstruktionen wie ihre Enkel der späten 90er-Jahre: Es waren technische Wunderwerke zum Zwecke des erdgebundenen Fliegens, die aus Chassis, Cockpit, Verkleidung, Motor, Tank und Rädern bestehen - und sonst gar nichts! Eines hatten die WM-Autos der ersten Generation gemeinsam: Der Motor lag vorn.
      Die typische Fahrgestell-Konstruktion sah ein Rohrrahmen-Chassis vor. Der Tank war im Rücken der Fahrer platziert und bildete damit das Heck der Boliden. So entsprachen die Konzepte dem Stand der späten 30er-Jahre. Die überfällige Revolution auf diesem Sektor lag jedoch schon in der Luft. Die wegweisende Konstruktion des Cisitalia-Porsche 360 mit Mittelmotor wurde aber aus finanziellen Gründen nicht bis zur Rennreife entwickelt.


      Juan Manuel Fangio holte in den 50ern seine 5 WM Titel...die lange Zeit als "ewiger Rekord galten".....bis ein gewisser Michael Schumacher im Jahr 2003 seinen sechsten WM Titel von bisher sieben holte.
      Diesen Fangio, der schon 1951 auf Alfa Romeo Weltmeister werden konnte, hatte der legendäre Mercedes-Rennleiter Alfred Neubauer mit allen Tricks umworben. Als "Don Alfredo" zu Vertragsverhandlungen nach Deutschland einlud, griff er ganz tief in die Firmenkasse und reservierte für den argentinischen Superstar ein Hotelzimmer mit Bad! Die heutigen GP-Piloten wissen vermutlich nicht, dass es jemals Hotelzimmer ohne Bad gegeben hat.

      Noch waren alle Formel-1-Autos - rückblickend steinzeitlich - mit Trommelbremsen ausgerüstet.
      1958 bauten Ferrari-Mechaniker während des Trainings für den GP von Italien die Scheiben aus einem Serien-Ferrari-Sportwagen aus - und in einen Formel-1-Boliden ein.
      Fast unbeobachtet schlich sich am 16. Juli 1955 eine Innovation in die Formel 1 ein, die sich schon bald als unschlagbar herausstellen sollte. Im englischen Aintree tauchte ein gewisser Jack Brabham auf. Der Australier pilotierte einen Cooper, dessen 2-Liter-Bristol-Motor im Rücken des Fahrers eingebaut war. Diese Bauweise sollte sich bereits ab 1959 als so stark erweisen, dass die Frontmotor-Konstruktionen für immer verdrängt wurden.
      Bis Ende des Jahres 1957 durfte der Treibstoff frei gewählt werden. Mercedes setzte zum Beispiel auf folgendes Rezept: 45% Benzol, 25% Methylalkohol, 23% Flugbenzin, 3% Aceton und 2% Nitrobenzol. Die restlichen zwei Prozent sind bis heute ein Geheimnis. Das brisante Gemisch reagierte derart aggressiv, dass Restbestände nach den Trainings- und Renneinsätzen abgelassen werden mussten.
      Ohne diese Vorsichtsmaßnahme hätte der Motor über Nacht Schaden genommen!
    • Schon damals war eine gute Idee allein noch kein Garant für den Erfolg, wie zwei Beispiele aus Italien zeigen. Alfa Romeo experimentierte mit einem vierradgetriebenen Boliden, dessen Cockpit hinter der Hinterachse angeordnet war! Die Kollegen von Ferrari brachten einen 2.5-Liter-Zweizylinder (!) auf den Prüfstand, der zwar wenig Leistung, aber ein unglaubliches Drehmoment versprach.


      Die Piloten von damals pflegten eher traditionelle Tugenden. Ihre Fairness erinnerte geradezu an mittelalterliche Ritterlichkeit. 1956 zum Beispiel trat Peter Collins - selbst klar auf Titelkurs - seinen Ferrari in Monza während des Rennens (!) an den Teamkollegen Fangio ab. Nur dieser großherzigen Tat verdankte der Argentinier seinen vierten WM-Titel. 1958 sollte der britische Ferrari-Fahrer Mike Hawthorn nach dem GP von Portugal disqualifiziert werden. Ausgerechnet sein ärgster Widersacher, Stirling Moss, verhinderte durch eine Falschaussage die Disqualifikation. In der Endabrechnung fehlte Moss ein Punkt, um an Hawthorns Stelle Champion zu werden. Moss wurde nie Weltmeister...
    • Original von Austin
      Ja, ich meine ja auch nur einige Kerndaten.Längst nicht jeder Beitrag und jeder Thread.Ich habe den Thread ja auch mit dem alten verlinkt.So findet man sich gleich zurecht. :)


      Wenn du dir die Arbeit machst, könntest du auch gleich auf z.B. Wikipedia oder andere Enzyklopädien verweisen...
      Die sind nämlich erheblich übersichtlicher und haben mehr Suchfunktionen und innere Verlinkungen als so ein hinterienandergeposteter Thread?
      F1 war immer ein high-tech Sport. Das sollte er auch bleiben.
    • Naja du kannst auch gleich in jeden History-Thread einen Wiki-Link posten - vereinfacht die Sache ungemein aber hat mit einem F1--Forum herzlich wenig zu tun.Wenn du diese Threads von Helga und mir nicht magst lies sie halt nicht. ;)

      edit: Übrigens sind viele Texte gar nicht von Wikipedia.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Austin ()

    • Original von Austin
      Naja du kannst auch gleich in jeden History-Thread einen Wiki-Link posten - vereinfacht die Sache ungemein aber hat mit einem F1--Forum herzlich wenig zu tun.Wenn du diese Threads von Helga und mir nicht magst lies sie halt nicht. ;)

      edit: Übrigens sind viele Texte gar nicht von Wikipedia.


      Nee... finde ich absolut in Ordnung... aber oben einen Link zu einer Enzyklopädie könnte doch vielleicht schick sein?
      F1 war immer ein high-tech Sport. Das sollte er auch bleiben.
    • Original von Austin
      Das ist wahr, kannst den Link ja gerne hier herein posten.Was aber die Texte hier aus den Jahrzehnten betrifft, so stammen die von MS-Total com und sind auch im alten Bereich als Quelle angegeben. :)


      Wie du meinst... ich denke nur, das man einen solchen Link nur schwer findet, wenn der irgendwo hineingepostet wird. Wenn er allerdings am Anfang des Threads stehen würde, würde ihn jeder schnell finden...
      F1 war immer ein high-tech Sport. Das sollte er auch bleiben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von JAun ()

    • RE: Formel 1 - Die 50er

      Hallo.
      Die Mär vom idealen Rennwagen, der auf der Ziellinie auseinanderfällt, ist ein Zitat vom alten Professor Porsche. Das hat in den 50ern - zum Glück - niemand ernstgenommen ( außer Colin Chapman vielleicht, aber dessen Autos haben schon vor dem Ziel ein Rad abgeworfen ) .Von Stirling Moss' privatem Maserati weiß man, dass er mit 1 bis 2 Motorrevisionen über die Saison gekommen ist.

      Der "Stand der 30er Jahre": Oberflächlich betrachtet vielleicht. Abgesehen von reinen Vollgaspisten a la Avus waren die 2,5 Liter Sauger ab '54 durchwegs schneller als die doppelt so starken Vorkriegsautos. Wird sich Fahrwerkstechnisch doch was getan haben ....

      Der Cisitalia: sooo neu war die Mittelmotoridee schon 1947 nicht mehr. Und nicht jeder Versuch in die Richtung war auch erfolgreich.
      Einer der Fehlversuche war der Bugatti-Versuch von 1956: Mittelmotor, Seitentanks, erfolglos. Coopers Autos dürften tatsächlich die ersten gewesen sein, bei denen der Mittelmotor kein Nachteil war ( und ich nehm auch die Vorkriegs-Auto Unions nicht aus ) .

      Wenn wir schon bei Seitentanks sind: neben oben erwähntem Bugatti hat auch der Lancia D 50 sowas gehabt. Erfolgreich war er allerdings erst als Lancia-Ferrari D50. Eine von Ferraris Fehlerkorrekturen war, den Tank nach hinten zu verlegen. Ein Weitere Seitentank- Autos waren noch Ferraris Squalo und Supersqualo

      Scheibenbremsen ? Ab Mitte der 50er Jahre Tendenz steigend. Ferrari ist am längsten stur geblieben.

      Was vielleicht an Facts noch interessant gewesen wäre, wäre nach welchen Reglements gefahren wurde.
    • Danke. Ein sehr interessanter und lesenswerter Beitrag.


      Ich freue mich schon auf weitere Beiträge dieser Art.

      Es freut mich dass Du den Weg hier ins Forum gefunden hat.

      Man merkt sofort dass Du dich mit der Geschichte der Formel 1 sehr gut auskennst.

      Und wenn ich so was sage kannst Du Dir darauf was einbilden, so was sage ich nämlich nicht sehr oft.:D
      Gute Besserung Michael.
      R.I.P Jules Bianchi

      helgaformel1.blogspot.co.at
    • Oh, danke Monsieur Ickx.
      Mein besonders Interesse für die 50er und 60er Jahre kommt ja eigentlich aus einer Enttäuschung heraus.
      Wie ich so ca zum ersten mal einen F1 - GP im Fernsen gesehen habe - das muss so Monaco ~ 1973 oder so gewesen sein - war ich schwerstens enttäuscht. Warum eigentlich sehen die Autos so hässlich aus ? :-[ Und nicht wie "richtige Rennwagen" ? Es sind da leider die Sponsoraufschriften, Flügel, Frontschneepfüge",Ramboxen und Seitenkühler dazwischengekommen ...
    • die Reglements

      Ich versuch mal alle F1 ( da gibts auch eine Ausnahme ) Reglements nach dem Krieg aufzuzählen.

      1.) das erste Nachkriegsreglement. Wurde wenns wahr ist 1947 definiert.
      Die 1,5 Liter mit Aufladung entsprechen der Voiturette-Formel vor dem Krieg. Typische Vertreter waren Alfa, Maserati und der Ferrari 125 ( mit dem Colombo-Motor ). Auch der Cisitalia und BRMs erstes 16 Zylinder Monster wären für dieses Reglement gedacht gewesen.

      Die 4,5 Liter "ohne" wurden aus der Vorkriegs GP - Formel entlehnt.
      Mit der Variante waren zB Talbot Lago, OSCA und der Ferrari 375 ( Lampredis Motor ) unterwegs.

      Eine WM wurde erstmals 1950 ausgeschrieben ( da war die FIA der FIM ein Jahr hinterher ). Die ersten beiden WMs wurden nach dem obigen Reglement ausgetragen.

      2.) Formel 2.
      Da nach dem Alfa - Rückzug Ende 1951 Ferrari ohne nennenswerte Opposition da gestanden wäre, wurde die WM in den folgenden 2 Jahren für die Formel 2 ausgeschrieben ( 2 Liter "ohne" ) . Ironie dabei: der Vierzylinder von Ferrari ( Typ 500 F2, wieder von Lampredi ) war in diesen beiden Jahren in Ascaris Händen fast unschlagbar.

      3.) Die 2,5 Liter Formel
      Gültig in den Saisonen '54 bis '60. Von den alternativ möglichen 750 Kubik mit Aufladung wurde kein Gebrauch gemacht.
      Da fallen zB der Maserati 250 F, der Mercedes W 196, der Lancia(-Ferrari) D50, der Dino 246, der Vanvall und die diversen Lotus und Cooper mit dem Coventry Climax FPF.

      Diese Formel wurde vor allem zum großen Ärger der britischen Teams durch die 1,5 Liter Formel, auf die Climax leider nicht so gut eingerichtet war wie Ferrari, ersetzt. Aber das gehört schon in die 60er Jahre.
    • Original von Zaungast:
      Oh, danke Monsieur Ickx.
      Mein besonders Interesse für die 50er und 60er Jahre kommt ja eigentlich aus einer Enttäuschung heraus.
      Wie ich so ca zum ersten mal einen F1 - GP im Fernsen gesehen habe - das muss so Monaco ~ 1973 oder so gewesen sein - war ich schwerstens enttäuscht. Warum eigentlich sehen die Autos so hässlich aus ? :-[Und nicht wie "richtige Rennwagen" ? Es sind da leider die Sponsoraufschriften, Flügel, Frontschneepfüge",Ramboxen und Seitenkühler dazwischengekommen ...


      Na ja, das nennte man Luxusprobleme, Du hast immerhin schon seit den 70ern die Formel 1 aktiv verfolgt, dafür würde bestimmt manch ein Formel 1 Fan seine Oma verkaufen! In den 50ern gab es doch auch noch die Regel, dass es im Rennen einen Fahrertausch geben durfte und so oftmals, wenn der Favorit ausfiel einfach das Cockpit seines Teamkollegen übernommen hat?
    • tatsächlich gegeben. Wobei "einfach übernehmen" oft nicht ganz so einfach war. Vor allem wenn sich der abzulösende Fahrer sträubt ( schlag nach bei Musso ... ) . Außerdem waren die übernommenen Autos meist eh' schon eher hinten im Feld.
      Luxusproblem ? Naja. Auch die 70er Jahre haben außer mit der Häßlichkeit der Autos und der Fahrer auch mit der Hässlichkeit selbsternannter kleinwüchsiger Zirkusdirektoren ( und auch deren Geldgier ) zu kämpfen gehabt.

      Wenigstens sind den 70ern die Economy-Runs von 84 bis 88 erspart geblieben ... und nachher hat sich die F1 nie wieder richtig erholt.

      Wenn ich wo gern dabei gewesen wär, wärs der GP von Deutschland ( latürnich auf dem wirklichen Nürburgring ) 1957 gewesen.
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