Niki Lauda

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Brawnie schrieb:

      Das Wichtigste im Leben ist die F1 vielleicht nicht, doch ich finde, dass man seinen Job als Fahrer trotzdem ernst nehmen sollte. Schließlich hat man seinem Team gegenüber auch eine gewisse Verpflichtung, zudem wird man auch nicht gerade schlecht dafür entlohnt. Da könnte man sich als Arbeitergeber schon erwarten, dass der Arbeitnehmer mit 100% bei der Sache ist.
      Aber wie du schon gesagt hast, die Zeiten damals waren anders und der ganze Sport noch nicht so professionell wie heute.


      Ich meinte damit auch mehr das sich Lauda der Fliegerei widmete und Rudy das wohl verurteilt weil er in der F1 dann vielleicht mehr Titel geholt hätte.
      Das man bei einem bestehenden Vertrag seine Leistung erbringen sollte die man vertraglich festgelegt hat, steht ja außer Frage. Das meinte ich auch nicht.
    • Warte noch schrieb:

      Du denkst wohl die F1 ist das wichtigste im Leben?

      Ja, die Formel 1 ist das Wichtigste im Leben, alles andere zählt doch gar nicht. :D

      Im Ernst: ich möchte kurz erläutern:
      Die 1970er scheinen mir nicht so unendlich viel anders als heute bzgl. F1. Klar ist der Aufwand heute noch viel grösser, auch die Summen und die Anzahl an Leuten, die damit beschäftigt sind. Damals hatte man aber viele Testfahrten und auch schon ein erhebliches Mass an Professionalität. So trat Ferrari 1977 z.B. in den ersten 2 Rennen mit einem modizifierten 1976er Wagen an. Für Brasilien hatten sie erst noch mal schnell einen neuen Heckflügel gefertigt (den dann nur Reutemann bekam). Vor Südafrika gabs ausgiebige Testfahrten dort und beim Rennen dann wieder einen neuen Wagen, nämlich den eigentlichen 1977er 312-T2. Gemäss Lauda hat man dann mehrmals neue Frontflügel-Varianten noch gebracht. Und ab Zeltweg oder Zandvoort hatte man ein grösseres aerodynamisches Update gebracht (sichtbar, dass ab jenen Rennen bis Fuji die Seiten des Autos anders waren). Das alles sind mehr oder weniger nur die sichtbaren Änderungen. Was alles unter der Haube verändert wurde, kann ich gar nicht abschätzen. Ich will damit nur zeigen, dass man schon damals erheblichen Aufwand betrieben hat.

      Natürlich argumentiere ich als Fan und es hat sehr persönliche Gründe, warum ich mir 1978-1979 einen einsatzfreudigeren Lauda im Sinne Schumachers gewünscht hatte. Er hätte nicht mal unbedingt so sein müssen wie Schumacher, sondern mir hätte schon genügt, wenn er einfach Rennfahrer hätte bleiben wollen. Wenn ihr den 1978er-1979er Lauda gesehen hättet, würdet ihr mir zumindest in Teilen beipflichten: der war manchmal sowas von abgelöscht und demotiviert... schon Ende 1977 entschied er ja die letzten 2 Rennen einfach nicht mehr zu fahren. Zugegebenermassen auch wegen des Zerwürfnisses mit Ferrari. Aber auch schon davor ist er oft gar nicht an den Siegerehrungen erschienen, sondern das Motto war: möglichst schnell abhauen und nach Hause.

      Ich gebe auch zu: einen Unfall wie den 1976 am Nürburgring muss man erstmals wegstecken. Womöglich hat ihn das mehr beeinflusst als ihm selbst bewusst war, so dass er ab da einfach nicht mehr ganz 100%igen Einsatz geben wollte oder konnte. Ich glaube er hat mal irgendwo geschrieben, dass er Ende 1977 schon keine Lust mehr aufs Rennfahren hatte, sich aber nicht sicher war und einfach mal weitermachte, um zu sehen, ob sich das Gefühl als wahr herausstellt. Und Niki Lauda ist halt die Person, die er ist. Anscheinend ist Konstanz nicht unbedingt seine Stärke. Er wollte und will immer wieder was Neues machen - insofern war und ist er wahrscheinlich von der Persönlichkeit her nie ein Michael Schumacher gewesen und muss es auch nicht sein.

      Dass mich Lauda verraten hätte mit seiner Fliegerei, war natürlich nicht ganz ernst gemeint. Es ist andererseits aber das spontane, enttäuschte Gefühl des 14-, 15-Jährigen, der ich damals war. In diesem Alter fragt man nicht gross nach Hintergründen oder gewichtet verschiedene Dinge gegeneinander. Sondern man freute sich z.B. dass Lauda in Monza 1979 als 4. endlich wieder punktete - und Laudas einziger Kommentar zu dem Rennen war:"Fad war's." Da bist du natürlich einfach enttäuscht, wenn du siehst, wie unmotiviert dein Idol plötzlich ist.
    • Rudy schrieb:


      Dass mich Lauda verraten hätte mit seiner Fliegerei, war natürlich nicht ganz ernst gemeint. Es ist andererseits aber das spontane, enttäuschte Gefühl des 14-, 15-Jährigen, der ich damals war.


      Also bist du in dem Alter stehen geblieben oder wie erklärt sich dein 1.Post? :D

      Nein ich weiß schon was du meinst. Als Kind war die F1 für mich auch noch was anderes. Und auch jetzt noch erfreue ich mich an tollen Rennen. :)
    • Ja, ich hätte schreiben können: Als ich 14-15 war, hatte ich das Gefühl, als würde Lauda mich verraten, indem er sich der Fliegerei zuwandte. - Aber wie langweilig klingt das denn?

      Und etwas Wahres bleibt bestehen: schliesslich beklagte sich wie erwähnt auch Enzo Ferrari wegen der Fliegerei, auch wenn er dabei etwas zu weit ging:
      "Zwei Tage nach Brands Hatch [1976] ist im Corriere della Sera ein Interview mit dem Alten. Er sagt, seit ich so närrisch auf das Fliegen sei, würde ich mich nicht mehr genug um das Auto kümmern, ich würde meine Arbeit vernachlässigen, ich sei schuld an dem letzten Getriebedefekt uns so weiter.
      Einen Tag später bin ich bei ihm: So, und jetzt sagst du mir das alles ins Gesicht! Also los: Wann bin ich zu spät gekommen, was habe ich versäumt? Sag mir einen einzigen Tag, an dem ich einen Test versäumt habe, sag eine einzige Aktion, um die ich mich gedrückt habe.
      Er wird kleiner und kleiner, am Ende löst sich alles in nichts auf. So bleibt der Wirbel nur als eines von Beispielen für die Art, Mißerfolge nicht rational, sondern durch nebuloses Herumreden erklären zu wollen."
      (Niki Lauda. Protokoll. Meine Jahre mit Ferrari. Wien, 1977, S. 41).

      Ferrari ging sicher zu weit, Lauda den Getriebeschaden von Brands Hatch anzulasten. Aber er hat womöglich instinktiv gespürt, wie viel Energie Lauda plötzlich für die Fliegerei aufwendet. Natürlich hat er deswegen nicht Testtage gestrichen, aber sein Fokus rückte eben doch etwas ab von den Rennen - was sicher ein Nachteil war.
      Kurioserweise schildert Lauda ja im selben Buch, wie er im April 1977 mit dem eigenen (kleinen) Flugzeug nach Kalifornien fliegt zum GP USA West. Die ganze Reise dauerte 24 Stunden mit mehreren Zwischenstops. Das machte ihm Spass, macht aber deutlich, dass er eben doch so nach und nach die Formel 1 zu vernachlässigen begann. Ihm war das aber damals - offenbar - nicht bewusst. Sonst hätte er nicht gleich so verschnupft reagiert im Sommer 1976.
    • Wen es interessiert: Hier ist eine Talk-Show mit Blacky von Ende 1974, Lauda kommt da zwischen 56:39 und 1.04:30 zum Reden:

      youtube.com/watch?v=L8ve-_tlA0M

      Sie blicken auf die Saison 1974 zurück und vor allem habe ich da zum 1. Mal einen Film des Nürburgring-Unfalls 1974 mit Scheckter gesehen. Eine echte Rarität und man muss sich wundern, dass er da Scheckter nicht auch gleich mit abgeräumt hat.
    • Ich habe auch noch eins: facebook.com/AlexKristan?fref=nf ;)
      «Alonso halte ich auf der Strecke für so stark wie Vettel. Aber Alonso fehlt abseits der Strecke alles, was Vettel bieten kann. Seb bringt sich komplett in die Dynamik einer Mannschaft ein, er sieht sich nie als Einzelkämpfer. Er weiss, dass ohne Herz und ohne Teamgeist gar nichts geht.» (Luca Baldisserri)
    ALL-INKL.COM - Webhosting Server Hosting Domain Provider