Niki Lauda

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    • Ja, den Text habe ich noch. Du kannst ihn übrigens problemlos im Internet finden. Geh auf

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    • Zum Jahrestag seines Unfalls am Nürburgring finde ich, eine der besten Leistungen von Lauda war der 3. Platz beim GP USA 1976 in Watkins Glen, was ich bisher noch nirgends gelesen habe. Dies aus folgenden Gründen:
      • Der Nürburgring-Unfall lag erst etwas mehr als 2 Monate zurück. Lauda war also sicher noch angeschlagen und erreichte trotzdem einen Podiumsplatz. Im Ziel sollen die Wunden am Kopf wieder aufgebrochen sein und geblutet haben. Ausserdem konnte er seine Augenlider nicht richtig schliessen: ein unglaublicher Nachteil für einen Rennfahrer. Das wurde erst nach der Saison nochmal operiert.
      • Zwar hatte Lauda zuvor schon die GP Italien und GP Kanada gefahren, aber Watkins Glen scheint mir aber die fordernde Strecke.
      • Im 1. Drittel verunfallte Jacky Ickx, sein Wagen fing Feuer und stand minutenlang auf der Fahrbahn. Auch das musste Lauda wohl ziemlich direkt an seinen eigenen Unfall erinnert haben. Trotzdem fuhr Niki tapfer weiter.
      • Der Ferrari war zu dieser Zeit wohl auf dem Tiefpunkt seiner Leistungsfähigkeit 1976. Er war sicher bis zum 1. August besser und auch vor Fuji testete Ferrari nochmals ausgiebig, so dass er in Japan wieder wesentlich konkurrenzfähiger war (leider ging das dann im Regen etwas unter, aber siehe den geringen Quali-Rückstand auf Hunt in Fuji). Regazzoni im 2. Ferrari war jedenfalls nirgends.
      • Die Temperaturen in Watkins Glen waren sehr tief, was dem Ferrari überhaupt nicht entgegenkam. Die Reifen kamen nicht auf Temperatur, das Fahrverhalten war entsprechend schlecht.
      • Lauda überholte gleichmal Fahrer wie Peterson und Brambilla und konnte anfangs sogar das Tempo von Hunt und Scheckter mitgehen. Erst als das Fahrverhalten des Ferrari immer schlechter wurde, fiel er zurück. Trotzdem hielt Lauda im letzten Renndrittel den McLaren von Mass in Schach.

      Insgesamt also ziehe ich den Hut vor jenem 3. Platz unter solch widrigen Umständen. Deshalb eine seiner besten Leistungen die ich hiermit besonders würdige. :thumbup: Wegen der verlorenen WM 1976 geht diese anscheinend schnell mal vergessen.

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    • Das Verhältnis der beiden war gut. Sie waren zwar sicher nicht enge Freunde, aber doch lose befreundet, kann man sagen. Ich glaube, jeder hat die Fähigkeiten des anderen ein wenig beneidet.
      Nur 1976 und vor allem im Herbst war das Verhältnis zwischen den beiden etwas kritischer. Es begann mit der Disqualifikation von Hunt in Spanien und seiner Wiedereinsetzung als Sieger, worauf Ferrari von der "englischen Mafia" redete. Dann war ja die Kollision Lauda-Regazzoni-Hunt in Brands Hatch, worauf Ferrari gegen Hunt protestierte. Kurz vor dem GP Kanada wurde ja dann Hunt definitiv als Sieger des GP England gestrichen und danach war Hunt angeblich nah am Durchdrehen. Er sagte in Interviews, die WM 1976 sei nun wertlos geworden und als Lauda und andere Fahrer gegen den Veranstalter in Mosport vorgehen wollten wegen mangelnder Sicherheit der Strecke, meldete sich Hunt ab und gab (anscheinend) an, Sicherheit interessiere ihn nicht, er sei zum Fahren hier. Gemäss Zeitungen hätte auch Lauda negative Dinge über Hunt und McLaren gesagt, aber nach dem GP sprachen sich die beiden Fahrer aus und ab da war das Verhältnis wieder gut.
      Mit 17 Punkten Rückstand vor dem GP Kanada glaubte Hunt natürlich die WM verloren zu haben: unter dem Eindruck von Laudas 4. Platz in Monza glaubte er (und wohl auch Lauda selbst), Lauda und Ferrari besitze nun wieder die alte Stärke und deshalb sei Lauda der Titel sicher. Ferraris mässige Resultate in Kanada und USA sprachen dann aber eine andere Sprache. Für mich hat Lauda die WM 1976 vor allem auch nach Monza verloren, als er - statt sich wieder sofort um die Weiterentwicklung des Autos zu kümmern - lieber für seinen Pilotenschein büffelte und kurz vor dem GP Kanada die Prüfung ablegte. Die 3 Wochen zwischen dem GP Italien und dem GP Kanada wurden von Ferrari mehr oder weniger nutzlos vertan. Zu spät ist man dann aufgewacht und hat erst für Japan das Auto nochmal überarbeitet (neue Vorderradaufhängung). Der Regen in Fuji war irgendwie schade, weil dort war Laudas Ferrari wieder deutlich konkurrenzfähiger. Es wäre interessant gewesen, im Trockenen ein direktes Duell zwischen Hunt und Lauda in Fuji zu sehen.
      Hunts Reaktion auf die Disqualifikation in Brands Hatch kann ich verstehen. Die Gründe dafür waren mehr als haarig, vor allem auch weil ja der Ferrari-Fahrer Regazzoni die Kollision verursacht hatte. Aber als Wiedergutmachung für den Skandal in Spanien finde ich es richtig, Hunt in Brands Hatch zu streichen. Für mich war es schon ein Skandal, mit welcher Dreistigkeit McLaren forderte, Hunt müsse Sieger in Jarama bleiben, obwohl sein Auto klar zu breit war. Einen riesigen Vorteil hatte er deswegen wohl nicht, aber es war trotzdem ein regelwidriges Auto, das niemals in die Wertung gehörte. Aber eben: hätte man Hunts Disqualifikation in Jarama belassen, wäre er halt in Brands Hatch Sieger geblieben - also kommt es rechnerisch auf dasselbe raus und geht für mich punktemässig in Ordnung.
    • Rudy schrieb:

      Ich frage mich eben, ob man eigentlich weiss, wer den Film über Laudas Unfall gemacht hat: also den Original Super-8-Film vom Nürburgring. Im Gegensatz etwa zu Alexander Zapruder (Film über den Kennedy-Mord) wurde der Lauda-Filmer nicht gross bekannt. Seltsam eigentlich.

      Habe ich mich auch schon oft gefragt..

      Lauda wurde übrigens gestern 65.
      "Life is about passions - thank you for sharing mine" - Michael Schumacher
    • Jetzt weist Lauda Hamilton zurecht, er solle sich mehr auf die F1 konzentrieren... Da mag er recht haben, aber ich wäre damals (1976-1982) froh gewesen, wenn sich Lauda auch mehr aufs Rennfahren konzentriert hätte statt immer nur an seine Fliegerei zu denken. Ohne das könnte er leicht 2-3 Titel mehr eingefahren haben. Aber als ihn Enzo Ferrari deswegen mal kritisierte, reagierte Lauda gleich ziemlich beleidigt.
    • 1979 wär er sicher mit Ferrari WM geworden. Vermutlich wäre dann Reutemann immer noch der Teamkollege gewesen oder der junge Villeneuve.
      1978 schwierig. Regazzoni behauptete ja, Lauda wäre WM geworden: der hätte alle Rennen gewonnen, die Reutemann gewonnen hätte, dazu noch seine eigenen. Aber ich zweifle trotzdem, die Lotus waren schon übermächtig.
      Aber vor allem 1980-1981: nach 2 Jahren hätte Brabham endlich mal gute Autos gehabt und was macht Lauda Ende 1979? Er testet noch kurz den neuen Brabham-Ford und tritt dann zurück! Eben wegen der idiotischen Fliegerei! Und als es dann dort nicht so gut lief, kam er in die F1 zurück, hatte aber seine besten Jahre vertan.
    • Schon möglich. Wobei der Titel 1976 wahrscheinlich auch durch die Fliegerei verloren ging (nicht durch dadurch): nach Monza lernte Lauda ja 3 Wochen lang für eine Flugprüfung, statt den Ferrari wieder auf Vordermann zu bringen: Bis Kanada sass er offenbar kein einziges Mal im Rennwagen - das Resultat sah man ja dann.
      Ich hätte mir damals einen Lauda gewünscht, der die Verbissenheit Schumachers gehabt hätte und nicht jenen faden Lauda von 1978-79, der keine Lust mehr hat. Dann wären folgende Titel möglich gewesen:
      • 1975 Ferrari
      • 1976 Ferrari
      • 1977 Ferrari
      • 1979 Ferrari
      • 1980 Brabham
      • 1981 Brabham
      Dann hätte er von mir aus zurücktreten können und das McLaren-Abenteuer hätte ich gar nicht mehr gebraucht.
    • Du denkst wohl die F1 ist das wichtigste im Leben?

      Es ist doch völlig Buggi wer wieviel Titel hat. Was bitteschön kannst du dir davon kaufen?
      Die Zeit damals war ohnehin anders und die F1 bei weitem nicht so professionell wie heute. Solche Sachen wie Lauda damals, könnte sich heute eh keiner mehr leisten. Dafür hängt viel zu viel Geld dran.
    • Das Wichtigste im Leben ist die F1 vielleicht nicht, doch ich finde, dass man seinen Job als Fahrer trotzdem ernst nehmen sollte. Schließlich hat man seinem Team gegenüber auch eine gewisse Verpflichtung, zudem wird man auch nicht gerade schlecht dafür entlohnt. Da könnte man sich als Arbeitergeber schon erwarten, dass der Arbeitnehmer mit 100% bei der Sache ist.
      Aber wie du schon gesagt hast, die Zeiten damals waren anders und der ganze Sport noch nicht so professionell wie heute.
      "Jensational"

      The Sun

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Brawnie ()

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