Angepinnt F1 Reifen

    • Mittlerweile hat es neue Reifen gegeben und die alte Langeweile ist wieder in die Formel 1 zurückgekehrt. Mittlerweile kann man zwar wieder von der ersten bis zur letzten Runde annähernd ans Limit gehen. Das Resultat sind Quasi-Sprintrennen, welche von der ersten bis zur letzten Runde in einem sehr hohen, konstanten Rhythmus gefahren werden. Wenn man spannende Rennen sehen will, muss man sich wohl anderen Rennserien widmen :(

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    • Da hatten schon viele mit den Reifen zu Kämpfen. Rosberg konnte nie 100% fahren da er auf die Reifen aufpassen musste, Hülkenberg hat am ende die Mercedes vorbei gelassen um die Reifen nicht kaputt zu machen. Das Rennen war nicht spannend aber das lag überhaupt nicht an den Reifen sondern an dem sehr guten Red Bull und einem Vettel der auch wirklich stark gefahren ist.

      Wer Sprintrennen sehen will kann sich ja die WTCC anschauen obwohl es da auch nicht wirklich spannend ist :D
    • manuma schrieb:

      Mittlerweile kann man zwar wieder von der ersten bis zur letzten Runde annähernd ans Limit gehen.


      Die Aussage müsstest du mal erläutern, denn ich hatte einen anderen Eindruck aus den letzten Rennen. Es ist nicht mehr ganz so extrem, wie noch in den ersten paar Rennen, aber noch immer können die Fahrer nicht über die volle Renndistanz ans Limit. Zahlreiche Funksprüche kurz vor den Boxenstopps belegen das - "Jetzt zerstöre die Reifen" als Beispiel. DOC hat mit seinem Post recht. Auch bei Vettel traten die Probleme zwischendurch auf, nur konnte der in einem Großteil des Rennens die Reifen schonen.
    • Mein Eindruck war, dass der Reifenabbau zwar noch eine Rolle spielt, aber das ganze sich auf einem höheren Niveau abspielt. Am Nürburgring sahen wir 3 Boxenstopps, in Ungarn 3 Boxenstopps, in Belgien 2 Boxenstopps, in Italien 1 Boxenstopp und in Singapur 2 Boxenstopps. Vorher hatten wir teilweise 4 Stopps und trotzdem waren die Reifen nach dem jeweiligen Stint richtig abgefahren und das Auto entsprechend deutlich langsamer.

      Ein Red Bull kann aufgrund des relativ niedrigen Reifenverschleiß sein hohes Tempo fast die ganze Zeit fahren. Zu Saisonanfang bauten die Reifen nach ein paar Runden stark ab, sodass auch die Spitzen-Fahrzeuge deutlich langsamer wurden. Jetzt ist es doch so, dass die schnellen Fahrzeuge nach dem Start wegziehen und das setzt sich dann das ganze Rennen über fort. Performance-Schwankungen aufgrund der nachlassenden Reifen sieht man kaum noch. Es kommt kaum noch vor, dass sich mit abbauenden Reifen das Kräfteverhältnis zwischen den einzelnen Autos nochmals signifikant verändert. Die Fahrer sind in der Lage von der ersten bis zur letzten Runde ziemlich gleichmäßig am Limit zu fahren.

      Den Reifenverschleiß zu beherrschen scheint nicht mehr die große Kunst zu sein. Natürlich müssen die Fahrer mit dem Reifenverschleiß immer noch umgehen können. Aber es ist bei weitem nicht mehr so, dass der Reifen nach ein paar Runden so richtig abbaut und die Rundenzeiten deutlich nach oben gehen. Davon war zuletzt nichts mehr zu sehen.

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    • motorsport-total.com/f1/news/2…bei-320-kmh-13121902.html

      Geht diese Scheiße also schon wieder los :rolleyes:

      Ich hab so gestrichen die Schnauze voll von diesem Witzverein. Ich konnte für gewisse Unregelmäßigkeiten in den Jahren 2011 und 2012 ja noch Verständnis aufbringen, einfach weil noch nicht viele Erfahrungswerte vorhanden waren. Aber mittlerweile, nach 3 Saisons in der F1, sollte man doch im Stande sein, einen Reifen zu bauen, der keine tickende Zeitbombe und damit ein großes Sicherheitsrisiko darstellt.
      Ich hatte gehofft, man geht für 2014 wieder einen konservativeren Weg, zumal durch die neuen Autos schon genug Spannung und unbekannte Faktoren vorhanden sein werden. Aber wenn ich hier schon wieder lesen muss, dass bei vmax der Reifen platzt, krieg ich echt nen Hals.
      "Demokratie hat ihren Preis. An ihr zu sparen, könnte aber teuer werden." - Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts
    • jens-neun/drei schrieb:

      Aber mittlerweile, nach 3 Saisons in der F1, sollte man doch im Stande sein, einen Reifen zu bauen, der keine tickende Zeitbombe und damit ein großes Sicherheitsrisiko darstellt.


      Das kann Pirelli durchaus, wenn man sie endlich mal lassen würde. Man muss sich mal auf der Zunge zergehen lassen, dass ein Reifenhersteller per Reglement dazu verpflichtet wird, kurzlebige Reifen zu bauen. Auf diesem Gebiet betreten die Reifenfirmen völliges Neuland, da bis jetzt das Credo langlebige Reifen lautete. Wenn man schon unbedingt einen Zwangsboxenstop installieren möchte, dann soll man das nicht auf Kosten der Sicherheit machen, sondern Reifen langlebig entwickeln und die Teams zu einem oder zwei Pflichtboxenstopps (Vorbild frühere DTM) verdonnern. Der Image Schaden für Pirelli ist enorm und ich hätte an Pirellis Stelle das Formel 1 Engagement überdacht.
    • Es gibt ja schon einen Pflichtboxenstopp.
      Das Problem bei Pirelli ist eher die Konstruktion und nicht der Verschleiß. Die Reifen sind ja nie geplatzt weil man damit zu lange gefahren ist. Wobei man das ja 2013 gelöst hatte, vllt war es auch ein normaler Reifenschaden bei Rosberg. Auf twitter hätte er es aber nicht Posten müssen, es sind Testreifen und da sollte man jetzt keine Panik machen.
    • Ja, solche Reifenschäden können einfach mal vorkommen. Wer den Job eines Formel 1-Fahrers übernimmt muss auch damit rechnen, dass es aufgrund von Defekten mal zu Abflügen kommt. Das würde ich einfach Berufsrisiko nennen. Da es ein Test war, sollte man da auch keine Panik machen.

      Allerdings bin ich nicht der Meinung, dass wir die konservativen Holzreifen der Bridgestone-Ära wieder sehen sollten. Da waren die Reifen nämlich so gut, dass man teilweise die gesamte Renndistanz mit dem weicheren Reifen hätte fahren können. Das hat mir auch nicht wirklich gefallen. Da sind mir kurzlebige Pirelli-Reifen um ein vielfaches lieber.

      Die Pflichtboxenstopps gefallen mir allerdings auch nicht. In der DTM waren die Reifen teilweise so gut, dass die Fahrer Ihre 2 Pflichtboxenstopps kurz hintereinander gemacht haben, damit man sie erledigt hat. Ohne diese Regel wären sie also wahrscheinlich mit einem oder keinem Boxenstopp durchgefahren. Solche künstlich herbeigeführten Boxenstopps gefallen mir also nicht. Ganz einfach, weil dadurch kaum Vorteile durch bessere Reifenstrategien möglich sind. Wenn man den Boxenstopp am Ende des Boxenstopps-Fensters machte und hinter einem Fahrer rauskam, der bspw. seine Reifen schon 15 Runden drauf hatte, konnte man trotzdem kaum überholen. Das lag daran, dass die Reifen des Vordermanns praktisch kaum schlechter waren als die des Hintermanns.

      Von daher finde ich es besser, wenn die Reifen einfach schneller verschleißen und deswegen Boxenstopps notwendig wurden.

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    • manuma schrieb:

      Solche künstlich herbeigeführten Boxenstopps gefallen mir also nicht.


      In dem von dir aufgeführten Beispiel wird der Boxenstopp auch künstlich - nur eben durch kurzlebige Reifen - erzwungen. Mir würde es besser gefallen, wenn wir langlebige Reifen und dafür Tasnkstopps sehen würden, weil dadurch Leistungsunterschiede generiert werden.

      Pflichtboxenstopps a la DTM sind zwar auch langweilig, aber in puncto Sicherheit stellen sie einen enormen Vorteil dar. Mit der heutigen Formel 1 kann ich mich immer weniger anfreunden, weil es für mich zu viele planerische Elemente enthält. Der Zuschauer möchte zwei Stopps, also müssen wir Reifen konstruieren, die das erzwingen.
    • Das Thema ist zu aktuell, als dass man es in der Shoutbox behandeln sollte. Nach dem Rennen von Spa wurden die Empfehlungen von Pirelli von der FIA als verbindlich für das Rennen in Monza deklariert. Nun gab es bei Mercedes und Ferrari Abweichungen, die jedoch nur für Mercedes eine Disqualifikation bedeuten könnten, weil Ferrari zwar zu hohe Drücke fuhr, aber eben nur zu niedrige Drücke bestraft werden.

      Mercedes versucht sich nun rauszureden, dass der Pirelli Ingenieur sein okay gegeben hätte. Verwertbar ist jedoch nur ein Okay der Rennleitung, denn die bestimmt über Zulässigkeit oder nicht. Der Pirelli Ingenieur sagte nur, dass der Wert an Hamiltons und Rosbergs Auto in dem Moment okay war, leider kalkulierte er nicht einen Druckverlust bei Heizdeckenwegnahme ein. Mercedes hätte ein Sicherheitspolster einbauen müssen, das haben sie leider nicht getan und somit droht eine Bestrafung. Dass sie Lewis am Ende noch zum Schnellfahren verdonnerten und so eine Zeitstrafe in Kauf nahmen, zeugt für besonders heikles Vorgehen und könnte sich negativ auf die Bestrafung auswirken.

      Niki Lauda machte nach dem Rennen folgende Aussage: "Es ist nicht genau definiert, wann der Reifendruck gemessen wird. Vor dem Start wird der Druck geprüft. Aber meiner Meinung nach muss der Druck während des Rennens stimmen. Aber wenn beim Start gemessen wird und die Heizdecken schon eine Weile runter sind, sinkt der Druck ja. Während des Rennens steigt er wieder." Er scheint von der Phase kurz vor dem Start zu sprechen, wenn die Autos schon stehen. Da der Reifendruck während des gesamten Rennens zu gelten hat, muss beim Erlischen der Ampel also noch vor losfahren der Druck auf Mindestwert sein. Das kann es aber nicht, wenn der Wert der Autos beim Stehen schon zu gering ist.

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    • Da es 2016 ja ein neues Reifenreglement gibt, mir das an gewissen Punkten jedoch noch schleierhaft ist, habe ich dazu noch ein paar Anmerkungen.

      Die Anzahl von 13 trockenen Reifensätzen ist ja gleich geblieben und verteilen sich jetzt eben auf 3 verschiedene Reifenmischungen. Pirelli gibt jeweils zwei Pflichtreifensätze für das Rennen aus zwei unterschiedlichen Reifenmischungen vor, soweit so gut. Zusätzlich und das verwirrt mich etwas, gibt Pirelli 1 Pflichtreifensatz für Q3 von der weichsten Mischung vor, welcher aber und so steht es im Reglement auch in Q2 und damit im Rennen verwendet werden darf. Entweder er wird für Q3 verplfichtend vorgegeben oder nicht, warum sollte der dann nicht in Q3 sondern in Q2 und im Rennen gefahren werden dürfen? Bitte um Aufklärung.

      Die restlichen 10 Reifensätze dürfen von jedem Piloten dann so gewählt wie gewünscht werden. Heisst im Klartext, es ist möglich, wenn auch eher unwahrscheinlich, dass manche Piloten mit 1-1-11 also mit 11 der weichsten Mischung fahren wollen.
    • das gleiche Thema wieder, genau wie bei dem Qualifikationsmodus: Das mit den Reifen habe ich schon lange nicht mehr verstanden. Wer was wann verwenden darf, ist einfach zu kompliziert. Klar, ich könnte mir das auch anschauen im Internet, wo es sicherlich erklärt wurde. Aber ganz ehrlich, habe ich Zeit und Lust dazu? Warum kein System einführen, wo man recht schnell versteht, wies aussieht mit den Reifen? Stattdessen fühlt man sich beim Lernen der Reifenregeln wie an der Uni... Selbst eingesessene F1 Fans wie wir müssen die Köpfe rauchen lassen, um das zu verstehen.

      Vorschlag: Z.b. Pirelli bringt von jeder Sorte Reifen genug mit und jedes Team darf frei entscheiden, welche Reifen sie wann fahren.

      Was ich auch nicht verstehe, ist die Einführung der Ultrasoft-Reifen. Seit Einführung der Pirellis 2011 war das Hauptproblem immer, dass die Reifen zu weich waren und der Rennspeed kontinuierlich sank, was man auf der Tribüne und vorm Fernseher schon deutlich sieht. Dazu kamen strukturelle Schwächen und daraus resultierende Reifenschäden. Man schleicht im Rennen nur noch umher, um ja die Reifen zu schonen (und Benzin zu sparen). Deswegen merkt man auch an der Tatsache, dass die Rennen einfach nur noch unspektakulär sind. Die F1 verkommt zu Langstreckenrennen. Das sollte sie aber nicht.
      Jeder F1 Fahrer vermisst die Reifen von anderen Rennserie (z.B. WEC), wo man einfach mal 50 Runden volle Pulle fahren kann.
      Wenn man da entgegenwirken würde, dann hätten wir wieder härtere Zweikämpfe und nen deutlich höheren Rennspeed und es würde v.a. derjenige gewinnen, der am besten pushen kann und nicht derjenige, der am besten die Reifen schont.

      Und was macht die FIA bzw Pirelli? Man führt einen noch weicheren Reifen ein. Einen, der wohl schon nach ein bis zwei Runden in die Knie geht. Wäre für die Qualifikation ganz schön, aber es wird die Schleicherei im Rennen nur noch mehr verstärken. Mal abgesehen davon, dass er wohl auch nicht der sichereste sein wird. Völlig falscher Weg in meinen Augen. Man muss bedenken, dass die F1 immer noch die schnellste Rennserie der Welt ist, da müssen stabile Reifen dran, die den Status der Königsklasse der F1 untermauern und nicht irgendsolche Lakritzteile, die die F1 Fahrer zum Schleichen zwingt...
    • Ich denke, dass solche Widersprüche in den Regeln der Überreglementierung geschuldet sind, deren Vereinfachung du richtigerweise ansprichst. Prinzipiell würde es reichen, wenn man eine Reifenmischung hätte und den Piloten in der Qualifikation 2 Reifensätze Qualifier zur Verfügung stellen würde.

      Die ganzen Farben sind ja schön und gut und für den Zuschauer am TV noch erkennbar, aber hat schonmal jemand an die Zuschauer vor Ort gedacht. Ohne ein Fernglas ist bei diesen Geschwindigkeiten überhaupt keine Unterscheidung mehr erkennbar, ganz davon abgesehen, dass du die Einführung des Ultrasofts - ich denke, dass soll ein Reifen nur für die Qualifikation (Qualifyier) sein - zurecht kritisiert hast. Reifen, die auf eine möglichst kurze Lebensdauer hin getrimmt sind, haben mMn. im Rennsport nichts verloren.
    • wenn der Ultrasoft n Qualireifen werden soll, wäre ich damit sogar einverstanden. Das würde mehr Action und Feuer in die Qualifikation reinbringen und es hätte auch was von "back to the roots", sowas gabs ja schon mal.

      Und im Rennen darf man nur 2 Reifenmischungen nehmen. Auf der einen Seite gut, weil es ja ne Katastrophe wäre, wenn man mit Ultrasoft rumtuckern müsste, auf der anderen Seite wäre es doch mal schön, wenn man am Ende vom Rennen 5 Runden mit leerem Tank und frischen Ultrasoftreifen 3 Sekunden schneller wie alle anderen fahren kann.

      Ich weiß auch nicht, was ich letztendlich davon halten soll. Es macht es alles nur unnötig kompliziert. Nicht mal die Fahrer blicken es wirklich (und das gilt auch für den neuen Qualifikationsmodus).
    • McLaren422 schrieb:

      Seit Einführung der Pirellis 2011 war das Hauptproblem immer, dass die Reifen zu weich waren und der Rennspeed kontinuierlich sank, was man auf der Tribüne und vorm Fernseher schon deutlich sieht.


      Das ist so nicht ganz richtig. Zwar sind die Reifen insgesamt deutlich weicher als die Vorgänger von Bridgestone und gerade in der Premierensaison 2011 gab es da sehr viele Stops (was ja von Bernie auch so gewollt war). Ich kann mich in den Folgejahren aber auch an genug Rennen in den letzten Jahren erinnern, in denen Pirelli die Reifenwahl zu hart getroffen hatte und wir dann 1-Stop-Rennen gesehen haben, die an Langeweile kaum zu überbieten waren. Zudem hatten Fahrer in diesen Rennen bzw. auch schon im Quali teilweise große Probleme, die Reifen überhaupt erst auf Temperatur zu bringen, also quasi genau das gegenteilige Pänomen zu dem, was du beschreibst.

      Insgesamt bin ich aber bei euch, dass die Reifenthematik viel zu sehr verkompliziert wurde. Kein Mensch braucht 5 verschiedene Mischungen von Trockenreifen, die dann alle in verschiedenen Farben gekennzeichnet sind, dazu dann noch 2 verschiedene Regenreifen, da reicht das Spektrum des Regenbogens für die jeweilige Farbengebung bald nicht mehr aus, wo soll das noch hinführen und vor allem: Welcher normale Zuschauer soll das noch verstehen?

      Hinzu kommt, dass alle diese Reifenmischungen jeweils nur ein einem lächerlich kleinen Fenster funktionieren, sowohl was die Temperatur als auch die Haltbarkeit betrifft. Wie oben beschrieben: Entweder, man bekommt die Teile erst gar nicht warm und rutscht nur damit rum. Oder man schafft es, sie ans funktionieren zu bekommen, dann halten die Gummis aber i.d.R. nur ein Drittel der Renndistanz.

      All das führt letztlich dazu, dass Leistungsunterschiede für den normalen Zuschauer gar nicht mehr rational erklärbar sind, und das ist es mMn, was die F1 mittlerweile für viele Leute uninteressant gemacht hat. Das Ergebnis und die Leistungen der Sportler müssen für den Zuschauer in gewisser Weise transparent sein, und das ist in der F1 längst nicht mehr der Fall.
      Dass ein Fahrer schlechter ist als ein anderer, kann an 1000 Sachen liegen. Es könnte am KERS liegen, am DRS, an einem schwächeren Motor, an der Aerodynamik, am Spritverbrauch, an der Reifentemperatur, am Reifenverschleiß, an der taktischen Herangehensweise oder einfach daran, dass Pilot X unter denselben Bedingungen grade der schlechtere Fahrer ist als Pilot Y. Das sind einfach zu viele Faktoren, um als "normaler" Zuschauer noch zu umreißen, was da grade auf der Strecke passiert, und selbst Leuten, die sich viel mit der Materie beschäftigen, fehlt da ab und an der Durchblick.

      Analog zu der Situation bei Finanzmärkten wird diese Blase der ständigen Verkomplizierung irgendwann platzen, weil das Interesse an der Serie verfliegt, wenn das so weitergeht. Man kann nicht ständig noch eine Regel, noch einen neuen Modus und noch einen neuen Reifen einführen, ohne dafür etwas anderes zu reduzieren, denn irgendwann wird es einfach zu viel und man muss von Null wieder anfangen. Ich bin gespannt, ob und wann dieser Tag kommen wird.
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