It's Jochen!

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    • It's Jochen!

      Eine Erinnerung an den Besuch meines ersten Formel I-GP: Hockenheim 1970!

      Bei brütender Hitze sah ich auf deutschem Boden den Sieg von Jochen Rindt!

      Er gewann damals auf dem neuen Lotus 72 ganz knapp vor Jacky Ickx (Ferrari)

      Der Ausruf stammte vom genialen wie wahnsinnigen Lotus-Konstrukteur Colin Chapman. Es war ein unglaubliches Erlebnis.

      Jochen verunglückte ja nach dem GP Österreich, bei dem er frühzeitig ausfiel, in Monza beim Training in der Parabolica tödlich.

      Sein Punktevorsprung war jedoch so groß, daß er nach dem letzten Rennen in Watkins Glen(USA) posthum zum Weltmeister ernannt wurde.

      Colin Chapman flüchtete damals nach Jochens Unfall vor den italienischen Behörden.

      It's Jochen!
    • Re: It's Jochen!

      Als Jochen nach Monza kommt ein Schock. Er hat den stärkeren sichereren Lotus 49 verlangt und Colin Chapman in auch zugesagt.
      Statt dessen lauerte in der Box der 72 er.

      Wo ist der 49er fragte Jochen. Nicht da weil ich in nicht gebracht habe. Nicht weil es Chapman Mühe bereitet hätte, sondern mit Absicht.
      Und die Teile hat er auch nicht, wie ausgemacht verstärkt.Jochen wußte nie das die dünnen Bremswellen innen hohl waren.
      Jochen war zimlich überrascht. Aber er hatte keine Wahl, als in den Lotus 72 zu steigen, erinnert sich Nina.
      Kleine Erpressung, wenn du so willst.
      Zuviel Reißbrett-Risiko? Falsche Berechnung, damals noch ohne Computer? Materialermüdung? Materialbruch?
      Bei Jochens Bremswelle, hat man mir Jahre später ein Geheimnis anvertraut, ist ein Fehler beim Drehen passiert. Die Welle hatte einen Kratzer. Nicht dramatischer, als hätte ein Vogel gepeckt.Aber dort begann der tödliche Bruch.
      Rechts vorne, als Rindt bei der 200 Meter-Marke mit etwa 300km/h die Parabolica-Kurve anbremst.Sofort brach der Lotus im 90 Grad Winkel nach links aus, traf unglücklicherweise den Pflock der Leitplanken. der ganze Vorderteil war zerfetzt.
      Jochen rutschte unten durch. Ein Bein war bös verletzt, aber nicht hoffnungslos. Am scharfen Amatuenbrett verletzte sich Jochen die Halsschlagader.
      Kein Rettungshubschrauber, nur ein Feldlazarett und ein Notspital.Der Ambulanzwagen blieb im Samstagsnachmittags-Stau nach Mailand stecken, verirrte sich sogar.
      Jochen verblutete. Und Nina erinert sich heute noch entsetzt: Eine Stunde lang hat man mir überhaupt nichts gesagt.

      Text aus: Jochen Rindt,Der James Dean der Formel 1
      von Heinz Prüller
      Verlag: Orac
      Das Buch ist sehr interessant.


      Colin Chapman hatte sich als F1-Konstrukteur sicherlich---zum Leidwesen seiner Piloten---noch weiter ans Limit (und über das Limit hinaus) gewagt als andere Konstrukteure.

      Und Rindt war vom reinen Speed her noch besser als Lauda. Dasselbe könnte man auch über Jim Clark (im Vergleich zu dem von der Statistik her erfolgreicheren Jackie Stewart) sagen.
      Leider haben weder Rindt noch Clark lange genug leben dürfen, um eine Fahrerstatistik zu produzieren, die ihrem fahrerischen Können entsprach....
    • Re: It's Jochen!

      Sofort brach der Lotus im 90 Grad Winkel nach links aus, traf unglücklicherweise den Pflock der Leitplanken. der ganze Vorderteil war zerfetzt.


      Ich dachte immer, Rindt wäre aus dem Wagen geschleudert worden und ein Teil der Streckenbegrenzung hätte ihn mehr oder weniger aufgespiesst, woran er dann verblutete.

      Natürlich kann ich mich irren und es handelt sich dabei um einen anderen Fahrer, aber ich meine ich hätte das so mal gelesen.
    • Re: It's Jochen!

      Also, ich hab mal von nem anderen Österreicher in der Formel 1 gehört, dem die Leitplanken den Kopf zerfetzt haben. Is ja ungefähr das Gleiche ;)
      Hab haber keine Ahnung wie der hieß :-/
      "Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss."

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von schumifan ()

    • Re: It's Jochen!

      Im ersten Training am Freitag erreichte Rindt nur die sechstschnellste Zeit. Das Abschlußtraining für den GP fand am Samstag 5. September 1970 statt. In voller Geschwindigkeit überholte Rindt noch Denny Hulme, als er im Bremsbereich vor der Parabolica herunterschaltete. In diesem Augenblick begann sein Lotus 72 zu schleudern. Der Wagen prallte links in die Leitplanken und touchierte sich wild drehend noch mehrmals die Begrenzung, ehe er in einer Staubwolke etwa 5m von den Leitplanken entfernt liegen blieb. Der Lotus war auseinandergebrochen und Rindts Beine lagen im Freien. Der Österreicher wurde sofort in die Strecken-Unfallstation gebracht und anschließend in die Mailänder Universitätsklink überführt, starb aber noch im Rettungswagen. Nach ärztlichen Angaben waren eine zerrissene Luftröhre und ein eingedrückter Brustkorb die Todesursache. Außerdem erlitt Rindt einen Bruch des linken Beines.

      Die tödlichen Verletzungen hatte er sich vor allem deshalb zugezogen, weil er den neuen Sicherheitsgurt aus Angst vor einem Feuerunfall nicht korrekt angelegt hatte und bei dem heftigen Aufprall durch die Gurte rutschte. Als Unfallursache wurde eine gebrochenen Welle zur innenliegenden Vorderbremse ermittelt.


      So hätten wir das auch geklärt.Es war so, wie Helga es beschrieben hat.
    • Re: It's Jochen!

      Wir bräuchten einen zwinkernden Smiley der nicht grinst. Sorry, wenn das falsch rüber kam. Wollte Austin nur sagen, dass es eben ein anderer Fahrer war dem das von ihm geschilderte passiert ist :-/
      Und zu deiner Frage: Nein, hab das Wochenende nicht gesehen (war erst 2 Jahre alt), doch weiß ich genau was damals passiert ist :-/ Naja, ist immer schlimm, wenn ein Fahrer stirbt. Nochmals sorry, dass mein Post falsch rüber kam :-/
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    • Re: It's Jochen!

      Heute wäre der 65. Geburtstag des einmaligen Jochen Rindt. Ein ebenfalls ganz grosser GP Pilot, an welchen ich mich leider knapp nicht mehr live erinnern kann. Aber in meinen Anfangsjahren der F1-Verfolgung sprach man noch über ihn, als wäre 1970 in der Parabolica von Monza nicht passiert. Er lebte immernoch.

      Einen interessanten Beitrag über Jochen Rindt:

      http://www.motorsport-total.com/f1/news/2007/04/Erinnerungen_an_Jochen_Rindt_07041803.html


      Perez, das war SAUBER!
    • schumifan schrieb:

      Also, ich hab mal von nem anderen Österreicher in der Formel 1 gehört, dem die Leitplanken den Kopf zerfetzt haben. Is ja ungefähr das Gleiche ;)
      Hab haber keine Ahnung wie der hieß :-/


      Das war wohl Helmut Koinigg 1974 in Watkins Glen. Rutschte er nicht unter der Leitplanke durch und der Kopf wurde dabei vom Körper abgetrennt??? Aber so genau weiss ich es nicht, sind ja auch unschöne Details. RIP.
    • Es gibt Bilder von Koiniggs Unfall, nicht direkt vom Unfall, aber von dem Auto, das halb unter den Leitplanken eingequetscht ist. Aber das wäre dann wohl nichts für dich. Wenn wir grad dabei sind: noch schlimmer muss François Cevert (mein Avatar) zugerichtet gewesen sein, der exakt 1 Jahr vorher am 6. Oktober 1973 auch in Watkins Glen tödlich verunglückte. Anscheinend ist sein Körper sozusagen in der Mitte halbiert worden, weil das Auto rücklings über die Leitplanke geschlittert ist. Wirklich grauslich, ich möchte das nicht weiter vertiefen.

      Stimmt, Jochens Geburtstag wäre morgen gewesen. Kannst du die Doppelseite über Rindt aus der Kronen-Zeitung einscannen? Ich habe nämlich keine Möglichkeit, eine Kronen-Zeitung zu bekommen, weil ich ja nicht in Österreich wohne.
    • Ich weiß nicht ob das was mit dem Alter zutun hat.

      Gibt viele hier im Forum die so alt sind wie ich oder jünger und ebenfalls sehr viel über die F1 Geschichte wissen.

      Ich hatte mich mal bei F1.de daran gemacht allen tödlich verunglückten Fahrern ne Biographie zu widmen bzw. nen Vortrag. Weiß garnicht bis zu wem ich da gekommen bin bevor ich gesperrt wurde. Also gesperrt wegen was anderem aber dann konnte ich damit logischwerweise nicht weiter machen.

      Es ist zwar schrecklich aber auch irgendwo interessant sich darüber zu informieren wie manche Fahrer ums Leben kamen.
    • Ich bin 47, was aber nicht heisst, dass ich die Formel 1 schon in den 1960er Jahren mitverfolgt hätte. Als ich ganz jung war, gab es aber diese zigarrenförmigen F1 der 1960er Jahre als Spielzeugautos, das war dann mein erster Kontakt zur F1 (deshalb wohl empfinde ich diese Modelle als ideale F1). Clark oder Rindt habe ich aber nicht bewusst erlebt, meine frühesten TV-Erinnerungen an die F1 sind die Windschattenschlachten in Monza und den GP Spanien in Barcelona (Stadtkurs) 1971. Die sind damals uns so nebenher im TV bei uns gelaufen, konsequent habe ich mir aber die Rennen damals nicht angesehen. In der Schule waren dann Stewart, Peterson, Fittipaldi aber die grossen Rennfahrer-Idole, die jeder kannte, vor allem auch die JPS-Lotus. Später natürlich Niki Lauda und Ferrari. Mehr oder weniger konsequent schaue ich mir die Rennen seit 1976 an, ausser 1988-1989 lückenhaft und 2001-2004 fast gar nicht. Vieles kenne ich halt aus Büchern oder Filmen, obwohl ich jetzt nicht der grosse Sammler bin. Aber es freut mich, wenn dem einen oder anderen ein Beitrag von mir gefällt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rudy ()

    • Aha okay. So genau beschäftige ich mich nicht mit der Geschichte. Ich informier mich zwar schon über gewisse Dinge die mich interessieren aber auch nicht alles daher finde ich es oft gut Beiträge von dir zu lesen da zumindest ich dann oft Dinge erfrage über die ich gar nicht Bescheid wusste. Ich schaue ja erst seit 2007 konsequent Formel 1. Davor nur in unregelmäßigen Abständen.
      2008 | 2014 | 2015
    • Zu Rindts 70. Geburtstag letzthin wurde in ORF sport+ eine kurze Dokumentation über Jochen Rindt gesendet. Darin sagte Lucky Schmidtleitner, er wäre nach dem Unfall in Monza gleich von den Boxen zur Parabolica gerannt mit einer Kamera und habe dort einen 16mm-Film über den verletzten/sterbenden Rindt gedreht. Als er aber den Film entwickeln liess und die Bilder gesehen habe, habe er den Film vernichtet. Irgendwie kann ich das verstehen, andererseits hätte es mich schon auch interessiert diesen Film zu sehen. Vielleicht oute ich mich als Leichenfledderer, aber hätte ich diesen Film gedreht, hätte ich ihn wahrscheinlich behalten, jedoch nicht veröffentlicht.
    • Letzthin wieder mal den Film "Jochen Rindts letzter Sommer" gesehen. Dabei fiel mir auf, wie ruhig, fast emotionslos Denis Hulme wenige Minuten nach Rindts Unfall in Monza 1970 beschreibt, was er beobachtet hat. Stewart hingegen war ziemlich aufgelöst und musste ein Interview abbrechen.

      Genial war aber auch, wie Rindt seine eigene Frau interviewt hat.

      In Hockenheim 1970 bin ich mir nicht sicher, ob nicht doch die deutsche Hymne gespielt wurde: der kurze Ausschnitt von der dortigen Siegerehrung lässt es vermuten. Vielleicht wollte man Rindt dort doch als Deutschen feiern (der er ja war).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rudy ()

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